Liebe LeserInnen,
auf dieser Seite fanden Sie in den Ausgaben der vergangenen Jahre AnDis „Gedanken zur Zeit“. Da Dr. Dieckmann nun aber leider in den wohlverdienten Kolumnisten-Ruhestand gegangen ist, geben wir jetzt einfach Ihnen selbst die Feder in die Hand, also die Gelegenheit, an genau dieser Stelle Gast-Kolumnist zu sein.
Schreiben Sie uns doch, was Sie bewegt: Im Alltag, in Ihrer Familie, in Ihrer Selbsthilfegruppe, in Ihrem Verein oder in der kleinen und großen Politik. Worüber haben Sie sich neulich geärgert oder gefreut? Was hat Sie weinen oder lachen lassen? Was haben Sie gelernt aus diesem oder jenem? Wem möchten Sie für etwas Bestimmtes danken?
Teilen Sie doch Ihre Gedanken mit uns und allen LeserInnen!
Den Anfang macht diesmal unser Leser und ehrenamtlicher Autor Michael Annecke, Sachgebietsleiter Bildung und Kultur im Landesvorstand der Guttempler Berlin-Brandenburg.
UN-ABHÄNGIG
„Heute ist morgen schon die gute alte Zeit von gestern“, bemerkte einst Karl Valentin.
Die „Wiederkehr des ewig Gleichen“ wird zum Jahresbeginn mit ungeheurem Getöse übertüncht, die alten und neuen Glückwünsche stapeln sich gefährlich hoch und entsprechend tief sind die schnellen Abstürze der guten Vorsätze und Erwartungen – diese Litaneien kennen wir bis zum Überdruss und darüber breitet sich die anschließend langweilige Suppe der Lethargie, die kein Fitness-Tracker mehr wegbekommt und kein Glücks-Prophet.
So mag es einmal mehr angebracht sein, bei den Philosophen vorbeizuschauen und das fast tägliche Missvergnügen an Aktualitäten mit einem klugen Spruch zu lindern. Während der gerade verklungenen Feiern zu Kants 300. Geburtstag häuften sich die Kalenderblätter mit Zitaten. Hier sei ein Stückchen hilfreichen Trostes von ihm wiederholt und dem frischen Stückchen Zukunft 2025 als Motto anempfohlen:
Drei Dinge helfen, die Mühseligkeiten des Lebens zu tragen: die Hoffnung, der Schlaf und das Lachen
Hoffen wir mit Ringelnatz, dass es nicht so schlimm kommt, wie es schon ist und lasst uns das Leben mutig und unverdrossen nach vorne leben, damit wir es alsbald nachträglich wenigstens ein wenig verstehen können. Das Lachen mag uns schon länger vergangen sein, jedoch hält aufrecht, was Samuel Beckett die Notwendigkeit nannte, sich wenigstens regelmäßig um besseres Scheitern zu bemühen. Die Un-Abhängigkeit klaren nüchternen Denkens steht uns zu Gebot und darf bitte immer als Ansporn und Ermutigung unsere treue Begleitung bleiben als Kompass und Begleiter – so wie es die TrokkenPresse bewährt und vorbildlich auch 2025 sein wird.
Michael Annecke