Petition für Alkoholwerbeverbot

Folgenden Text aus dem in  der aktuellen Ausgabe vorgestellten ALK-Buch von Simon Borowiak können Sie, liebe Leserinnen und Leser, kopieren, mit Name, Absender und Unterschrift versehen
und senden an:

Deutscher Bundestag
Petitionsausschuss
Platz der Republik 1
11011 Berlin

Oder an
www.epetitionen.bundestag.de


Petition: Werbeverbot für Alkohol in sämtlichen Medien

Sehr geehrte Damen und Herren Politiker aller Parteien!

Die Bundesrepublik Deutschland gilt als „Alkohol-Problemland“. Wohlwollend gerechnet sind 10 Mio. Bürger von dieserThematik betroffen, vom riskanten Feierabendtrinker bis zum offiziellen Wrack. Dennoch wird für Alkohol – der gemäß wissenschaftlicher Definition nichts anderes als eine DROGE ist – geworben.
Das heißt: 10 Mio. Menschen mit einem Drogenproblem sind täglich und engmaschig diesem Beschuss ausgesetzt, dieser in Hochglanzästhetik brüllenden Aufforderung zum Konsum genau des Stoffes, der ihre Gesundheit, ihre Familie, ihren Arbeitsplatz, kurz: ihr Leben zerstört.
Setzen Sie sich bitte an einem normalen Abend in einer durchschnittlichen Entgiftungsstation zu den Patienten, um einen durchschnittlichen Film anzuschauen. Nach dem ersten Werbeblock wird man Ihnen virtuell ca. 3 Bier und 2 Wodka eingeschenkt und vermittelt haben, dass Sie dadurch zu den lebensfrohen Gewinnern mit eigenem Boot, höherer Besoldung und Schlag beim anderen Geschlecht zählen werden. Und dann merken Sie sich bitte die bitteren Bemerkungen aus dem Publikum, das die Realitäten hinter dem Versprechen kennt: Elend, Organschäden, Dachschäden, zerstörte Beziehungen, verlorene Würde. (Sie wissen schon: das Ding, das angeblich unantastbar sein soll.) Und dass der Werbespruch eigentlich lauten müsste: „Mein Autounfall, meine Zirrhose, meine Parkbank!“
Es sind Millionen Menschen, die täglich neu und ziemlich allein im Kampf gegen ihre Sucht stehen; die versuchen, sich der Kraft einer Biochemie entgegenzustellen, die zeitgleich von einer hochgerüsteten Werbeindustrie ebenso gezielt wie penetrant getriggert wird. Und so perfekt, dass es auch dem härtesten Asketen das Wasser in den Mund und den Flaschenöffner in die Hand zaubert. Als würde man seinem Kind als Gute-Nacht-Lektüre den neuesten Spielzeugkatalog vorlegen. Und Bilder von Gummibärchen. Nur dass es hier um lebensbedrohlichere Konsequenzen als eine Dauerquengelei geht. „Obszön“ würde es jedermann nennen (naja, fast jeder), würden alle Bürger an einem normalen TV-Abend mehrmals dazu aufgefordert, eine Knarre zu kaufen. Weil sie so formschön ist und gut in der Hand liegt.

Sehr geehrte Damen und Herren,
setzen Sie sich für ein Verbot alkoholbewerbender Emissionen ein! Zumal gerade Sie als Parlamentarier die bitteren Folgen des Abusus doch wirklich täglich vor Augen haben!
Auch finanziell könnte es sich angesichts der jährlichen 60 Milliarden Euro wirtschaftlichen Schadens durch Alkohol lohnen.
Also: Springen Sie über Ihren Schatten! Und über den Ihres Lobbyisten! Lassen Sie nicht zu, dass tagtäglich Millionen Menschen dazu aufgefordert werden, sich einen einzuschenken und damit ihr Leben und ihre Würde zu verwüsten!
Kinder und Jugendliche inbegriffen.

Erlassen Sie endlich, endlich die nötigen Gesetze!
Mit freundlichen Grüßen